ANNO 1404
Mit Anno 1404 bleibt die traditionsreiche Spieleserie ihrem Prinzip treu: Der Spieler legt mit einem Schiff voller Baumaterial an einer einsamen Insel an und errichtet dort im Laufe der Zeit eine kleine Kolonie. Wenn die Bedürfnisse der Siedler erfüllt werden, wächst die Stadt und die Einwohner steigen auf. Aus Bauern werden Bürger, Kaufleute und Aristokraten. Irgendwann ist das kleine Dorf am Ende der Welt zu einer prächtigen Metropole gewachsen, mit Denkmälern, Theatern und einer großen Kathedrale. So eine Stadt kann natürlich nur durch regen Handel mit weiteren Kolonien versorgt werden.

Für manche Produkte, zum Beispiel Glas oder Mosaiksteine, muss der Spieler die eigene Flotte bis ans Ende der Welt schicken – in den Orient. Dort kann man aber nicht nur Handel treiben, um Glas und Gewürze zu erwerben, sondern auch eine Wüstenstadt gründen – der Schlüssel zu weiteren Rohstoffen, die für das Gedeihen der eigenen Bevölkerung unerlässlich sind. Für all das braucht es natürlich eine stattliche Handelsflotte. Die Steuerung der Transportwege ist dabei sehr übersichtlich gestaltet, sodass man auch bei vielen Kolonien nicht den Überblick verliert. Zum Schutz gegen Angriffe der Piraten braucht man eien schlagkräftige Armada von Kriegsschiffen, die per Mausklick den Handelsschiffen als Eskorte zugeteilt werden können. Die anderen Mitspieler sind aber sehr friedlich – wer im sogenannten Endlosspiel die Einstellung „leicht“ wählt, kann sich in aller Ruhe dem Aufbau einer florierenden Stadt widmen. Dazwischen muss man immer wieder ein paar kleine Aufgaben zu erledigen, zum Beispiel Schiffbrüchige retten oder Treibgut sammeln. Solche guten Taten bringen Ruhm, den man nicht nur braucht, um seltene Artefakte wie Saatgut zu erweben, sondern den man auch beim Sultan gegen Geld eintauschen kann - sehr hilfreich, wenn die Kasse mal wieder im Minus ist.
Wem das alles zu friedlich ist, der stellt den Schwierigkeitsgrad auf „schwer“. Jetzt sind die Gegner wesentlich aggressiver und müssen durch großzügige Geschenke und eine schlagkräftige Armada in Schach gehalten werden. Wer sich ihnen entledigen will, baut eine Truppe auf und führt Krieg. Der Militärmodus ist in Anno 1404 aber nur ein Mittel zum Zweck, die Zahl der Militärgebäude und Truppentypen ist sehr begrenzt. Wer gerne taktische Angriffskriege führt, wer Hinterhälte liebt oder mit Genuss und einer riesigen Truppe den Gegner überrollt, der ist mit einem Spiel wie „Cossacs“ sicherlich besser bedient.
Zusätzlich zum Endlosspiel gibt es, wie schon bei den Vorgängern, auch wieder eine große Kampagne. In der düster gestalteten Geschichte geht es um Kreuzzüge, um skrupellose Kardinäle und um einen Krieg zwischen Orient und Okzident – den sie verhindern müssen. Hoffnungen weckt auch der geplante Editor, mithilfe dessen erfahrene Computernutzer neue Missionen basteln und diese online bereitstellen können.
Die Spielgrafik ist großartig, entsprechend hoch sind die Systemanforderungen: 3 Ghz- Prozessor und eine gute Grafikkarte sind das mindeste – für die höchste Qualitätseinstellung reicht das zwar noch nicht, hübsch anzusehen ist die Anno-Welt aber auch dann schon. Besondes schön betrachten lässt sich das alles mit dem sogenannten „Postkartenmodus“. Die Kamera schwenkt dann tief ein und verfolgt das markierte Objekt. Allerdings sollte man sich nicht zulange mit dem Betrachten der Szenerie aufhalten, denn das Spiel läuft weiter und die Stadtbewohner werden bald mürrisch, wenn ihre neu entstehenden Bedürfnisse nicht erfüllt werden.
Fazit: Elf Jahre Entwicklungserfahrung seit der Veröffentlichung des ersten Anno- Spiels machen Anno 1404 zu einem guten, durchdachten Spiel, das sowohl für gemütliche Gelegenheitsspieler als auch für gnadenlose Zocker bestens geeignet ist.
Nervig ist nur der Kopierschutz, der die Anzahl der Installationen auf drei begrenzt und deshalb eine Registrierung im Internet notwendig macht. Wer das Limit erricht hat, kann sich aber an den Support von Ubisoft wenden- denn nach deutschem Recht ist eine Limitierung der Installationen gar nicht erlaubt.
